Von der Notwendigkeit des Gebetes – III

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Nach der Lehre der hl. Schrift sei das Gebet ganz offenbar das einzige Mittel, um den notwendigen Beistand Gottes zur Erlangung des ewigen Heiles zu erwerben.

Die Begründung dieser Behauptung ist leicht zu bringen. Ohne den Beistand der göttlichen Gnade können wir nichts Gutes tun.

Der Heiland sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Joh. 15,85). Der hl. Augustinus bemerkt zu diesen Worten, Christus sage nicht: „Ihr könnt ohne mich nichts vollenden“, sondern einfach: „Ihr könnt ohne mich nichts tun“. Durch diese Ausdrucksweise, meint Augustinus, wolle der Heiland uns zu verstehen geben, daß wir ohne die Gnade nicht einmal beginnen können, das Gute zu tun.

Auch der hl. Paulus lehrt, daß wir aus uns selber nicht einmal das Verlangen haben können, Gutes zu tun: „Aus uns selbst, aus eigener Kraft, sind wir nicht fähig, auch nur einen Gedanken zu fassen; unsere Fähigkeit dazu stammt vielmehr von Gott!“ (2 Kor. 3, 5).

Wenn wir also aus uns selber nicht einmal fähig sind, an das Gute zu denken, dann sind wir noch weniger imstande, es zu wünschen. Viele andere Stellen der hl. Schrift lehren genau das¬selbe: „Es ist ein und derselbe Gott, der alles in allem wirkt“ (1 Kor. 12,6), zu lesen wir beim hl. Paulus.

Und beim Propheten Ezechiel steht geschrie¬ben: „Ich werde bewirken (so spricht der Herr), daß ihr auf dem Weg meiner Gebote wandelt, meine Satzungen beobachtet und danach handelt“ (Ezech. 36,27). Wir tun also nur jenes Gute, das Gott uns mit seiner Gnade zu tun ermöglicht.

(Hl. Alfons von Liguori, Ist Beten notwendig?, Kap. 1)

 

 

 

Die Wundertätige Medaille