Protest gegen Abriss von Kreuzen

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Kommunisten wollen die Religion stärker aus der Öffentlichkeit verbannen. In der Volksrepublik China protestieren Christen öffentlich gegen den staatlich angeordneten Abriss von Kreuzen und Kirchen. Seit 2014 haben die kommunistischen Behörden in der Provinz Zhejiang (Südostchina) mehr als 400 Kreuze von Kirchendächern entfernen lassen – angeblich aus baurechtlichen Gründen. Christen sehen darin aber den Versuch, die Religion angesichts der stark wachsenden christlichen Gemeinden stärker aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Die staatlichen Aktionen richten sich sowohl gegen Untergrundgemeinden wie auch gegen anerkannte Kirchen. Zentrum ist die acht Millionen Einwohner zählende Stadt Wenzhou, wo rund eine Million Christen leben. Dort gibt es mehr als 2.000 Kirchengebäude. Katholiken und Protestanten haben jetzt eine friedliche Protestkampagne gestartet, mit der sie Kreuze „an allen Orten“ sichtbar machen wollen. Sie bringen die christlichen Symbole an ihren Häusern an und veröffentlichen davon Fotos in Sozialen Medien im Internet. So wollen sie der Regierung zeigen, dass Christen vereint für das Kreuz einstehen. Der katholische Bischof von Wenzhou, Zhu Weifang, rief alle Bürger auf, ihre Stimme für Religionsfreiheit zu erheben. Der 89-jährige Bischof gehört zur staatlich nicht anerkannten romtreuen katholischen Kirche.

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Festnahmen von Christen auch in anderen Provinzen

Wie die Internetzeitung „Christian Post“ berichtet, beschränkt sich das Vorgehen der Behörden nicht auf die Provinz Zhejiang. So seien im vorigen September in der südchinesischen Provinz Guangdong etwa 100 Christen verhaftet worden, darunter auch Kinder. Sie hatten an einem Gottesdienst in einer Hauskirche teilgenommen. Immer wieder würden Pastoren festgenommen, weil sie angeblich die öffentliche Ordnung störten. Unter der kommunistischen Herrschaft wurde das Christentum in China vor allem von 1949 bis Ende der siebziger Jahre – besonders während der Kulturrevolution – brutal unterdrückt. Danach lebte es trotz Einschränkungen wieder auf. Es erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. So haben sich nach Angaben der staatlich anerkannten protestantischen Kirche im vorigen Jahr rund eine halbe Million Menschen taufen lassen. Die Gesamtzahl der Christen ist schwer zu ermitteln. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften spricht von 29 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 23 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Nicht berücksichtigt sind die romtreuen Katholiken und jene protestantischen Hausgemeinden, die sich nicht der Kontrolle des Staates unterwerfen wollen. Schätzungen der Gesamtzahl belaufen sich auf bis zu rund 130 Millionen; auf jeden Fall übertreffen sie die der 83 Millionen kommunistischen Parteimitglieder. Insgesamt leben in China fast 1,4 Milliarden Menschen. (Quelle: idea)