Anschlag auf kath. Pfarre in Berlin

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Nach dem linksextremistischen Anschlag auf die katholische Pfarrei Herz Jesu in Berlin am vergangenen Freitag fordert das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ die deutsche Politik zu einem deutlichen Zeichen gegen jede politisch oder religiös motivierte Gewalt auf. Das Gebäude der Pfarrei war von radikalen Gegnern des „Marsch für das Leben“ angegriffen worden. Die Fassade wurde verschmiert, eine Scheibe wurde eingeschlagen und Farbbeutel in die Räume geworfen. Es entstand hoher Sachschaden. Im beschädigten Pfarrhaus hat unter anderem der Bundesverband Lebensrecht e. V. seinen Sitz. Er ist der Veranstalter des „Marsch für das Leben“.

 

brandenburger

Ein derart von blindem Hass motivierter Angriff auf eine religiöse Einrichtung verlange eine klare Reaktion der gewählten Volksvertreter, forderte „Kirche-in-Not“-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert. „Dass der fällige Aufschrei der Politik bisher ausblieb, zeigt eine gewisse Heuchelei, wenn einerseits große Betroffenheit über Christenverfolgung im Nahen Osten gezeigt wird, es aber egal zu sein scheint, wie man mit Christen und was ihnen heilig ist, mittlerweile bei uns umgeht. Was nützt Solidarität mit dem Nasrani-Zeichen, wenn ich über eine Kirchenschändung um die Ecke hinwegsehe?“ Es müsse aufhören, dass man auf dem, was Christen heilig ist, herumtreten könne, so Fenbert.

Bei der Bewertung von Gewalttaten werde offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. „Welchen Aufschrei hätte es wohl gegeben, wenn eine Moschee oder eine Synagoge betroffen gewesen wäre! Wird dieser Anschlag von Politik und Medien etwa deshalb ignoriert, weil er ‚nur‘ einer christlichen Einrichtung und ‚nur‘ Menschen mit Ansichten abseits der von den Medien bevorzugten Meinung gegolten hat?“ Dies zeuge ihrer Einschätzung nach von einem mehr als bedenklichen Rechts- und Demokratieverständnis, erklärte Fenbert.

Sie erwarte nun „Zeichen der Solidarität“ mit der betroffenen Pfarrei quer durch alle politischen Lager. Wer eine solche Tat aus politischem Kalkül totschweige oder gar begrüße, legitimiere auf lange Sicht jede erdenkliche Gewalttat gegen Andersdenkende. „Das können wir aus unserer langjährigen Erfahrung mit Konflikten weltweit nicht hinnehmen und fordern daher ein Zeichen der Empörung und der Solidarität“, sagte Fenbert. „Jemand muss aufstehen und sagen: Stopp! Bis hierher und nicht weiter!“ (Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de)

 

 

 

 

 

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