Polizisten verletzen mehr als 60 Christen

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In der südchinesischen Provinz Zhejiang eskaliert der Streit um die Entfernung von Kreuzen und die Schließung von Kirchen. Das berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker. Nach ihren Angaben verletzten Polizisten am 21. Juli in der Stadt Wenzhou mehr als 60 Christen, die mit einer Menschenkette das Kreuz auf ihrer Kirche – der Sjuitou Salvation Church – schützen wollten. Die Sicherheitskräfte seien mit Eisenstangen und Schutzschilden gegen rund 1.000 friedlich demonstrierende Christen vorgegangen, erklärte der Asienreferent der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius. Allein in Wenzhou hätten die Behörden seit Jahresbeginn mehr als 160 Kreuze von Kirchen entfernen und drei Gotteshäuser zerstören lassen. In der gesamten Provinz seien im gleichen Zeitraum über 360 Kreuze von Kirchen gerissen worden. Delius: „Der jüngste Zwischenfall markiert eine deutliche Eskalation der Gewalt und des Konflikts um die stetig expandierenden Kirchen in der 500 Kilometer südlich von Schanghai gelegenen Provinz.“ Der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt mache deutlich, dass die dortige Kommunistische Partei die Religionsfreiheit auch für die Christen in der staatlich anerkannten Drei-Selbst-Bewegung einschränken wolle. Zu ihr gehört die betroffene Kirche in Wenzhou.

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Metropole Wenzhou: Von acht Millionen Einwohnern eine Million Christen

Die acht Millionen Einwohner zählende Stadt gilt als ein Zentrum des aufstrebenden Christentums in China. Mindestens eine Million Bewohner sind bekennende Christen. In der Stadt gibt es mehr als 2.000 Kirchengebäude. Die Behörden behaupten, ihre Maßnahmen richteten sich nicht gezielt gegen Kirchen, sondern gegen alle Gebäude, die ohne Genehmigung errichtet wurden. Die einheimischen Christen sehen darin jedoch eine gezielte Kampagne, um die Glaubensfreiheit einzuschränken. Genaue Angaben über die Zahl der Christen unter den 1,3 Milliarden Einwohnern der Volksrepublik existieren nicht. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften spricht von 29 Millionen in staatlich anerkannten Gemeinden – 23 Millionen Protestanten und sechs Millionen Katholiken. Nicht berücksichtigt sind dabei die romtreuen Katholiken und jene nicht-registrierten protestantischen Hausgemeinden, die sich nicht der Kontrolle des Staates unterwerfen wollen. Schätzungen ausländischer Experten gehen von insgesamt bis zu 130 Millionen Christen aus. (Quelle: idea)

 

 

 

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