Vandalismus in Marienkapelle in Binsfeld

(Trierische Volksfreund) Die Binsfelder sind erschüttert und fassungslos. Grund für ihr Entsetzen ist das, was immer wieder an ihrem Bildchen passiert: Regelmäßig gibt es am Heiligenhäuschen Diebstähle, zuletzt sogar Gewalt. Seit 2007 kommen immer wieder Kerzen weg, jetzt sind sogar einige Dankestafeln beschädigt worden. Reinhold Faber, einer der ersten, der die jüngsten Schäden gesehen hat, ist verärgert. „Es ist nicht schön, was da momentan passiert“, sagt er, „an einem Ort, an dem Menschen beten, die Kummer und Sorgen haben, so mutwillig zu zerstören und Unfug zu machen.“

Ortsbürgermeister Walter Faber hatte bereits vor einigen Wochen im Mitteilungsblatt auf die Kerzendiebstähle aufmerksam gemacht und Spaziergänger und Besucher des Heiligenhäuschens gebeten, Augen und Ohren offen zu halten. Genutzt hat es nichts, denn nach kurzer Pause machten die Diebe weiter. Welche Motive dahinter stecken, darüber können die Binsfelder nur Vermutungen anstellen. „Wer macht so etwas?“, fragt sich Reinhold Faber, „sind das Leute, die einfach nur eine Zerstörungswut haben, oder haben die etwas gegen den christlichen Glauben? Aus Versehen, kann so etwas auf jeden Fall nicht passieren.“
Um die Täter zu finden, will die Gemeinde nun auch die Polizei einschalten. „Wir werden jetzt wegen Sachbeschädigung Anzeige gegen Unbekannt erstatten“, macht Ortsbürgermeister Walter Faber deutlich, „ich bin sehr betroffen wegen der Vorfälle am Heiligenhäuschen, und die Beweggründe solcher Taten sind mir unverständlich.“


Überlegungen, das Heiligenhäuschen abzuschließen, kommen bei den Binsfeldern nicht gut an. „Dann sind ja alle die bestraft, die das Bildchen aufsuchen“, sagt eine ältere Besucherin. Auch Ortschef Faber will das Bildchen weiter offen lassen. Er sagt: „Es soll weiter möglich sein, seinen Dank hier zu bekunden.“ Schon am Morgen kommen regelmäßig die ersten Gläubigen aus den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und auch dem Landkreis Cochem-Zell zu dem idyllisch gelegenen, von Fichtenbäumen eingerahmten Heiligenhäuschen. Pro Tag sind es ungefähr zehn bis fünfzehn Menschen, die das Kapellchen, das der schmerzhaften Muttergottes gewidmet ist und 1905 gebaut wurde, aufsuchen.

 

 

 

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