Paulus, ein Wunder der Gnade

Der heilige Apostel Paulus haßte in jüngeren Jahren die christliche Religion und verfolgte die, die an Jesus glaubten. Er zeigte sie in Jerusalem beim Hohen Rat an und ließ sie ins Gefängnis werfen. Er unternahm sogar eine weite Reise nach Damaskus, um auch dort die Christen ins Gefängnis werfen zu lassen. Auf dieser Reise aber umleuchtete ihn plötzlich vom Himmel her ein gewaltiges Licht. Paulus – damals hieß er noch Saulus – stürzte vor Schreck zu Boden. Er hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Saulus sagte: „Wer bist du, Herr?“ Der Herr antwortete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst!“ In diesem, Augenblick wurde Saulus gänzlich umgewandelt. Dem Leibe nach wurde er für mehrere Tage blind. Seine Seele aber wurde vom Heiligen Geist erleuchtet.

Er erinnerte sich an die Wunder, die Jesus gewirkt hatte und er erinnerte sich, daß Jesus von den Toten auferstanden war. Dadurch erkannte er, daß Jesus der Sohn Gottes ist, daß man an ihn glauben muß, und wie verkehrt und boshaft er, Saulus, bisher gewesen war. Von nun an glaubte er an Jesus.

Aber der Heilige Geist entzündete sein Herz auch mit Liebe zu Jesus. Saulus wollte jetzt ganz Jesus angehören und nur mehr für ihn leben. Er ließ sich taufen und begann dann sofort in Damaskus von Jesus zu predigen. Die Juden wollten ihn töten aber Saulus konnte flüchten und predigte bald darauf an anderen Orten.

Zum Zeichen, daß er jetzt ein anderer geworden sei, nannte er sich nunmehr „Paulus“ (Der Geringe) anstatt „Saulus“. Er wurde überall von Juden und Heiden verfolgt; wurde gegeißelt, in den Kerker geworfen und auch gesteinigt. Aber er sagte: „Wer vermag uns zu scheiden von der Liebe Christi? Etwa Trübsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? … Aber in all dem bleiben wir siegreich durch den, der uns geliebt hat!“ (Röm. 8, 35. 37) So voll Liebe war jetzt sein Herz. Der Heilige Geist hatte es mit seiner Gnade ganz umgewandelt. Paulus selbst schrieb: „Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.“ (1. Kor. 15, 10)

Ähnlich hat der Heilige Geist mit seiner Gnade schon Unzählige umgewandelt. Er wird auch uns umwandeln, wenn wir ihn inständig bitten und mit seiner Gnade eifrig mitwirken.

(Aus Johann Pirchler, Der Weg zu Gott)

 

 

 

 

 

Das Buch des Adels